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Constructing Uncle Sam

Constructing Uncle Sam

Inhalte, Mittel und Wege des Kulturtransfers zwischen Großbritannien und den USA im 19. Jahrhundert

Leitung:

Prof. Dr. Ursula Lehmkuhl

Mitarbeiter:

Jan Heine, M.A.

Projekt:

Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen anhand ausgewählter Untersuchungsbereiche Inhalte, Mittel und Wege des Kulturtransfers zwischen Großbritannien und den USA im 19. Jahrhundert rekonstruiert werden, um Aufschluss über die soziokulturelle und mentale Fundierung der sich Anfang des 20. Jahrhunderts herausbildenden anglo-amerikanischen "special relationship"; zu gewinnen. Die ausgewählten Untersuchungsbereiche (Weltausstellungen, Karikaturen, Reiseberichte) und die dazu gehörenden spezifischen Quellenarten eröffnen Einblicke in die charakteristischen Elemente der Selbst- und Fremdwahrnehmung, sie erlauben die Analyse der Mittel und Methoden der Selbst- und Fremddarstellung und sie lassen einen Vergleich der jeweiligen Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung zu. Über die inhaltliche Rekonstruktion der Auto- und Heterostereotypen sollen Veränderungen in den soziokulturellen Deutungsmustern Großbritanniens und den USA erfasst werden und die Frage nach den "ideellen" Ursachen des Wandels in den Beziehungen zwischen Großbritannien und den USA beantwortet werden.

Die Untersuchung fragt nach den Trägern und Vermittlern sowie den sich wandelnden Inhalten sozio-kultureller Verhaltensmuster. Die Frage soll beantwortet werden über die Erschließung und Analyse von vier Untersuchungsfeldern, die sich für die Erfassung von kulturellen Deutungsmustern, für die Analyse der Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie für die Vermittlung von Symbolen und Mythen im 19. Jahrhundert in besonderer Weise anbieten:

Alle Bereiche zeichnen sich nicht nur durch die in Text und Bild widergespiegelten Mythen, Symbole und Deutungsmuster aus, sondern in allen drei Bereichen läßt sich durch die Korrelation mit der Tagespresse oder im Falle der Reiseberichte und Historiographie auch Buchbesprechungen die Art und Weise der Verarbeitung und Kommentierung im eigenen Land aber auch im jeweils anderen nachvollziehen. Aus diesem Grund dürften die ausgewählten Teilbereiche, sich für den hier angestrebten "cross cultural approach" in geradezu idealer Weise eignen.

Die Analyse zielt erstens auf die Erfassung der vorhandenen Auto- und Heterostereotypen; zum zweiten sollen Formen des Transfers normativ-kultureller Deutungsmuster rekonstruiert werden, um Aufschluß über folgende Forschungsfragen zu geben:

1. Wie wird das jeweils andere Land gesehen und eingeschätzt?

2. Wie stellen sich demgegenüber Großbritannien und die USA jeweils selbst dar?

3. Lassen sich die Deutungsmuster typisieren?

4. In welchem Verhältnis stehen die Typen von Deutungsmustern zueinander?

5. Gibt es einen Wandel in den Deutungsmustern, Symbolen und Mythen?

6. Wann läßt sich dieser Wandel erkennen und wie korreliert er mit den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen?