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Crowding (at) the Margins ist in Housing Policy Debate erschienen

Crowding (at) the Margins: Investigating the Unequal Distribution of Housing Space in Germany

Sebastian Kohl, Max Steinhardt, Luca Stella, Simon Voss

News vom 17.06.2026


Zeitgenössische Debatten über den sozialen Wohnungsbau konzentrieren sich in der Regel auf die Bezahlbarkeit, während Ungleichheiten in der Wohnungsqualität, wie etwa die Wohnfläche, weitgehend übersehen werden. Auf Grundlage von Längsschnittdaten aus Deutschland (1985–2022), einem Land mit einer Mieter*innenmehrheit, untersucht diese Studie Überbelegung und Unterbelegung von Haushalten. Wir stellen fest, dass das Risiko einer Überbelegung (derzeit 11%) sehr ungleich verteilt ist und hauptsächlich durch soziodemographische Faktoren – wie das Leben mit Kindern, Migrationshintergrund, Familienstand und Bildungsniveau – und weniger durch Einkommen bestimmt wird. Familien mit Kindern, gering Qualifizierte und Menschen mit Migrationshintergrund sind besonders vulnerabel, während Hochqualifizierte, Kinderlose und Einheimische ein vergleichsweise geringes Risiko aufweisen. Die Unterbelegung, von der bis zu 39 % der Haushalte betroffen sind, wird ebenfalls durch soziodemographische Faktoren und zudem durch Wohneigentum beeinflusst. Unsere Längsschnittanalyse zeigt darüber hinaus, dass lebenszyklische Ereignisse, einschließlich Geburten und Veränderungen des Familienstands, eine zentrale Rolle für Übergänge in überbelegte wie auch unterbelegte Wohnverhältnisse spielen. Wir dokumentieren außerdem eine erhebliche Diskrepanz zwischen objektiven und subjektiven Einschätzungen der Wohnfläche, was auf weit verbreitete Fehlwahrnehmungen hinweist. Unsere Ergebnisse haben klare politische Implikationen: Maßnahmen sollten gezielt bei Risikogruppen ansetzen, um Überbelegung zu verringern und Unterbelegung dazu nutzen, durch Anreize für Wohnraumverkleinerung, generationenübergreifendes Wohnen oder eine Unterbelegungssteuer die Nutzung von Wohnraum effizienter zu gestalten – flankiert durch Aufklärungskampagnen.

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