Historiographie

Historiographie

Bearbeiter: Jan Heine, M.A.

Das Teilprojekt konzentriert sich auf die gesellschafts- und identitäspolitische Funktion der nach dem Bürgerkrieg im Zeichen fortschreitender Verwissenschaftlichung stehenden amerikanischen Historiographie als distinkte textliche Manifestation der kulturellen Erinnerung, also der Tradierung geteilter Auffassungen und Mythen von der Geschichte, welche die Gemeinsamkeit von Wir-Gruppen zu garantieren versprechen. Ausgehend von einer "externalistischen" Betrachtungsweise, die mit einer Wechselwirkung zwischen Historiographie und den soziopolitischen und kulturellen Gegenwartslagen ihrer jeweiligen Entstehungszeit rechnet, will das Teilprojekt folgende Fragen bearbeiten:.

1. Wie bewerteten, legitimierten oder kritisierten amerikanische Historiker im angegebenenzeitraum die Entwicklung der politischen Beziehungen zwischen den USA und Großbritannien bzw. zwischen Kolonie und Mutterland?

2. Inwiefern und in welcher Weise suchten sie durch ihre historiographische Konstruktionsarbeit am kollektiven Gedächtnis zur Herausbildung eines angloamerikanischen Identitätsbewußtseins beizutragen?

3. Welche inner- und außerwissenschaftlichen Faktoren prägten die "Erinnerungsarbeit" der Historiker? Welche Rolle spielten in diesem Kontext der transnationale Dialog mit der britischen Geschcihtswissenschaft und die Rezeption ihrer historiographischen Produkte?

4. Welche Aussagen können darüber getroffen werden, wie die historiographischen Vergegenwärtigungen des Vergangenen vom gebildeten Publikum rezipiert und ggf. reinterpretiert wurden?