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Marc Adam

Alumnus

Adresse
Lansstraße 5-9
14195 Berlin

Three Essays onTrade and Finance in the Interwar Period

Dissertation in Wirtschaft

Mentoring Team:
First supervisor: Prof. Irwin Collier PhD
Second supervisor: Prof. Dr. Barbara Fritz
Third supervisor: Prof. Dr. Jonathan Fox

Zusammenfassung

Die vorliegende kumulative Dissertation besteht aus drei Forschungsaufsätzen. Der erste Aufsatz schätzt die individuellen Auswirkungen von verschiedenen Handelskosten. Der zweite Aufsatz befasst sich mit der frühen Geschichte der U.S.-Notenbank und ihrem Verhältnis zum Markt von Bankakzepten. Der dritte Aufsatz untersucht die Auswirkung von exogenen Kreditangebotsschocks auf die Produktion während der großen Depression in Deutschland.

Der erste Aufsatz—Kapitel 2: Return of the Tariffs: The Interwar Trade Collapse Revisited—untersucht die Ursachen des Einbruchs des Welthandelsvolumens. Wurde der Zusammenbruch des Welthandels zwischen 1928 und 1937 durch höhere Transportkosten, stärkeren Protektionismus oder den Zusammenbruch des Gold Standards verursacht? Mit Hilfe neuer Fortschritte in der Schätzung von Gravitationsgleichungen, untersuche ich die partialen und allgemeinen Gleichgewichtseffekte von bilateraler Distanz, internationalen Grenzen, und dem Zahlungssystem auf den Handel. Meine Ergebnisse zeigen, dass der internationale Handel 1937 64.6% größer gewesen wäre, wenn Zölle und Handelshemmnisse auf dem Niveau von 1928 verblieben wären. Wäre der Gold Standard 1931 nicht aufgelöst worden und hätte sich Großbritannien nicht seinem eigenem Handels- und Währungsblock zugewandt, wäre der Welthandel 3% größer gewesen. Hätten hingegen die Transportkosten auf dem Niveau von 1928 verharrt, hätte sich der internationale Handel nicht signifikant verändert. Diese Ergebnisse werden durch über 6,000 neue, von Hand gesammelte Beobachtungen von advalorem Frachtkosten von Baumwolle unterstützt, die zwischen 1928 und 1936 einen durchschnittlichen Anstieg von lediglich 1,2 Prozentpunkten aufzeigen. Werden die Frachtkosten als Index dargestellt, so spiegeln sie die Evolution der Elastizität der bilateralen Distanz wieder.

Der zweite Aufsatz—Kapitel 3: Liquidating Bankers’ Acceptances: International Crisis, Doctrinal Conflict and American Exceptionalism in the Federal Reserve 1913-1932— untersucht den Zusammenbruch des Marktes für Bankakzepte zwischen 1931 und 1932 mit Hinblick auf die Politik und Regulierungen der Federal Reserve und die doktrinären Fundamente des Federal Reserve Acts von 1913. Ich argumentiere, dass das Beharren von Carter Glass und Henry P. Willis auf eine strikten Auslegung der Real Bills Doktrin, nach welcher sich Zentralbankpolitik auf reine Warenwechsel fokussieren sollte, zum Zusammenbruch des Marktes beigetragen hat. Die Glass-Willis Doktrin, welche auf Zurückhaltung der Notenbank und auf die selbst-liquidierende Eigenschaft von Wechseln bestand, nährte Zweifel an der Legitimität der Zentralbank eingefrorene Wechseln zu kaufen oder zu rediskontieren. Die Glass-Willis Doktrin wird dabei in einen breiteren historischen Narrativ eingefügt, welcher den außenpolitischen Ansatz von Woodrow Wilson mit dem Zusammenbruch der internationalen Ordnung um 1931 in Verbindung setzt.

Der dritte Aufsatz — Kapitel 4: Credit Constraints and the Propagation of the German Great Depression— ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Walter Jansson (Bank of England). Wir untersuchen die Auswirkung von exogenen Kreditangebotsschocks auf Industrieproduktion und Investitionen während der großen Depression in Deutschland. Anhand eines zeitlich variierenden Vektorautoregressionsmodells identifizieren wir Kreditangebotsschocks zusätzlich zu standardmäßigen makroökonomischen Schocks. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die gesamte Untersuchungsperiode von 1927 bis 1932 mit Kreditklemmen in Verbindung gebracht werden kann. Dieses Ergebnis impliziert, dass ein strukturell schwacher deutscher Bankensektor ein wichtiger Faktor in der Großen Depression war.

Dahlem Research School
Deutsche Forschungsgemeinschaft
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