Film Nights

Rockstars, HipHop, Studenten­bewegungen und Tierfriedhöfe.

Drei Semester JFKI Film Nights

Die seit dem Wintersemester 2006/2007 am JFKI stattfindenden Film nights erlebten dieses Wintersemester ihre dritte Auflage. Das Konzept der Film nights, die Kombination von Filmvorführungen außerhalb des traditionellen Lehrbetriebs mit Einführungen von Dozenten, ermöglichte wiederum neue Perspektiven auf die gezeigten Filme, die in regen Diskussionen im Anschluss diskutiert werden konnten.

Den Rahmen bildete in diesem Semester eine Reise durch die amerikanische Gesellschaft von der Studentenbewegung der 60er Jahre bis in die HipHop-Kultur von heute.

Den Anfang machte dieses Semester die von Frank Unger eingeführte Dokumentation Gimme Shelter über die 1969er US-Tour der Rolling Stones, die mit dem Altamont Free Concert mit dem Tod eines Besuchers einen gewaltsamen und desaströsen Abschluss fand. Mit Melvin van Peebles Sweet Sweetbacks Badasssss Song, eingeführt von M. Michaela Hampf, erhielt nicht nur der erste finanziell erfolgreiche Film, in dessen Mittelpunkt die Black Community stand, einen Platz in der Reihe, sondern auch das darauf mit Beginn der 70er Jahre einsetzende Blaxploitation-Genre. Die kurz vor der Weihnachtspause auf dem Programm stehende Oskar-nominierte Dokumentation Berkeley in the Sixties stellte sich nicht nur thematisch, sondern vor allem auch durch die Anwesenheit von Winfried Fluck und seiner Frau Brigitte Donicht-Fluck als Publikumsmagnet heraus. Die gemeinsamen Erfahrungen beider an der FU der 60er Jahre, sowie der gemeinsame Studienaufenthalt in Harvard und Berkeley Ende der 60er boten den über 40 Gästen interessante Einblicke aus der Zeitzeugenperspektive.

Mit Werner Herzog und Errol Morris eröffneten zwei Dokumentarfilmer das neue Jahr. Grizzly Man, auf den von studentischer Seite Lasse Voß die Zuschauer vorbereitete, und Gates of Heaven, der durch Michael Hoenisch eingeleitet wurde. Während Herzog mit Grizzly Man das Filmmaterial des Tierschützer Timothy Treadwell, der 13 Monate in Alaska mit Bären zusammenlebte und am Ende durch diese auch seinen Tod fand, montierte, hält Morris mit seinem Erstlingswerk durch den Filter der Tierfriedhof-Business der Amerikanischen Gesellschaft einen tragisch-komischen Spiegel vor.

Den Abschluss des Semesters bildete der von Frank Mehring und Dietmar Meinel geleitete Themenabend „HipHopheute“, in dem der Frage nach Parallelen der Realität der HipHop Kultur in den Vereinigten Staaten und in Deutschland, vor allem in New York und Berlin,  nachgegangen wurde.

Auch wenn sich die Tradition stark schwankender Zuschauerzahlen auch in diesem Semester eisern gehalten hat, so haben sich die JFKI Film nights in den letzten drei Semestern doch als Forum außerhalb des traditionellen Lehrbetriebs etabliert.

Die Nachfolge der Organisatoren, Martin Fischer und Florian Kernwein, scheint gesichert, und somit auch weitere spannende Abende von und für Studenten und Dozenten mit interessanten Filmen und anregenden Diskussionen.

(Florian Kernwein)