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Historie des Institut - Seite 3

Gründung des Instituts

Trotz mancher Anlaufschwierigkeiten ist es dem John-F.-Kennedy-Institut zweifellos gelungen, diese Ziele einzulösen. Die Grundvoraussetzung dafür war, zunächst einmal die finanziellen Bedenken in Universität und Verwaltung auszuräumen. Dies gelang bereits im Vorfeld der Institutsgründung: Nicht zuletzt durch die Fürsprache Willy Brandts, des damaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin, konnten erhebliche Spendenzusagen der Ford-Stiftung, die schon die Gründung und Entwicklung der FU insgesamt großügig gefördert hatte, gesichert werden. (Und "der Schock des Mauerbaus hat", wie Willy Paul Adams schreibt, dann "wahrscheinlich auf der deutschen Seite die Bereitschaft erhöht, die abzusehenden Folgekosten zu übernehmen." [4]) Dank einer Spende der Ford-Stiftung im Jahr 1963 von nicht weniger als 1 Million Dollar konnte das Institut binnen weniger Jahre vor allem eine hervorragende Bibliothek aufbauen. Mit ihren anfänglich etwa 150.000 Bänden war diese "second only to the American Library in Paris for holdings in American literature on the Continent." [5] Heute verfügt die Bibliothek über etwa 900.000 Medieneinheiten (Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Mikrofilm- und Mikrofichesammlungen, Schallplatten, Videobänder, Diasammlungen und digitale Medien), was sie neben ihrer benutzerfreundlichen Freihandaufstellung und ihrem Stipendienprogramm zu einer in Kontinentaleuropa einmaligen Forschungsbibliothek für USA- und Kanadastudien macht.

Auch die anfänglichen Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit den Fachinstituten hinsichtlich der Entwicklung fachübergreifender Studienprogramme konnten letztlich ebenso erfolgreich überwunden werden wie die politische Polarisierung der Institutsverwaltung nach 1968, welche die Qualität von Forschung und Lehre zeitweise zu beeinträchtigen drohte. Die Lösung des letzteren Problems führte sogar zu einer personalen Expansion des Instituts: Um die lähmende Konfrontation einer Institutsrats-Mehrheit "fortschrittlicher" Studenten- und Assistentenvertreter einerseits und einer Minderheit traditionsbewusster Professoren andererseits, zu durchbrechen, wurden per Kuratoriumsbeschluss vom 8. 5. 1974 fünf zusätzliche Professuren der Besoldungsgruppe C-3 geschaffen.

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[4] W. P. Adams, Die Geschichte Nordamerikas, S. 3.

[5] J. F. Tent, The Free University of Berlin. A Political History, Bloomington u. Indianapolis 1988, S. 407.

 


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